Balkon
Lebensraum auf wenigen Quadratmetern
Auch ohne eigenen Garten lässt sich ökologisch etwas bewirken. Ein Balkon mit standortgerechten, einheimischen Pflanzen bietet Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Nahrung und Rastplatz mitten im Siedlungsraum. Gerade in dicht bebauten Quartieren wirken solche Trittsteine wie kleine Oasen zwischen grösseren Grünflächen.

Die Ausrichtung und Sonneneinstrahlung des Balkons bestimmen die Pflanzenwahl. Südbalkone eignen sich für trockenheits- und wärmeliebende Arten, Nord- oder Ostbalkone für schattenverträgliche Pflanzen. Windexponierte Lagen erfordern robustere Arten und häufigeres Giessen, da Gefässe schneller austrocknen als offener Boden. Die verfügbare Fläche optimal nutzen, indem Pflanzen auf verschiedenen Ebenen oder mit Kletterpflanzen in die Vertikale wachsen. Vor dem Aufstellen grosser Pflanzgefässe die zulässige Traglast des Balkons berücksichtigen.
Möglichst grosse, tiefe Pflanzgefässe mit Abzugsloch, da sie Feuchtigkeit besser speichern als kleine Töpfe. Durchlässiges, möglichst torffreies Substrat, bei Bedarf mit Sand oder Kies abgemagert für trockenheitsliebende Arten. Einheimische Wildstauden, Kräuter und einjährige Wildblumen anstelle von Zuchtsorten oder gefüllten Blüten, da Letztere für Insekten oft wenig Nutzen bieten. Kletterpflanzen für die Vertikalbegrünung einplanen. Sie sorgen für Sichtschutz, sind Ruheplatz und Nahrung für Insekten und verbinden den Balkon mit Boden- oder Dachflächen: die ökologische Infrastruktur im Kleinen. Ergänzend eine flache Schale als Wassertränke mit Landeplatz, etwa Steinen oder Kies, sowie kleine Nisthilfen für Wildbienen, sofern der Standort geschützt ist.
Gefässe mit einer Drainageschicht aus Kies oder Blähton befüllen, um Staunässe zu vermeiden. Anschliessend das Substrat einfüllen und Pflanzen entsprechend ihren Standortansprüchen setzen. Dabei unterschiedliche Blütezeiten kombinieren, damit vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst kontinuierlich Nektar und Pollen zur Verfügung stehen. Möglichst vielfältig und einheimisch pflanzen. Auch blühende Küchenkräuter oder essbare Blütenpflanzen sind wertvolle Nahrung für Insekten. Die Wasserschale mit Steinen oder Kies ausstatten, damit Insekten sicher trinken können. Kleine Nisthilfen an einer windgeschützten, sonnigen Stelle befestigen.
Regelmässig giessen, da Gefässe schneller austrocknen als der offene Boden, besonders an heissen und windigen Tagen. Verblühtes bei Bedarf zurückschneiden, jedoch samentragende Stängel wenn möglich über den Winter stehen lassen. Auf Kunstdünger, Torf und chemische Pflanzenschutzmittel verzichten. Die Wasserschale regelmässig reinigen und auffüllen. Im Winter schützt eine Mulchschicht aus Laub die Wurzeln vor Austrocknung; empfindliche Kübelpflanzen können zusätzlich mit Jute oder Vlies umwickelt werden.
Bei Mietwohnungen sollte vor dem Anbringen von Nisthilfen, Rankhilfen oder Fassadenbegrünungen das Einverständnis des Vermieters oder der Stockwerkeigentümergemeinschaft eingeholt werden. Alle Pflanzgefässe und Balkonkästen müssen sicher befestigt sein, insbesondere wenn sie ausserhalb des Geländers angebracht werden.