Fledermauskästen
Nachtschicht im Garten
In der Schweiz leben 30 Fledermausarten, das entspricht rund einem Drittel aller einheimischen Säugetierarten. Fledermauskästen bieten Tagesverstecke und Sommerquartiere für die Jungenaufzucht, wenn natürliche Baumhöhlen oder Gebäudespalten fehlen. Fledermäuse sind gefragte Nützlinge im Garten: Eine einzelne Zwergfledermaus vertilgt pro Nacht bis zu 2'000 Kleininsekten, darunter auch lästige Mücken. Mit etwas Glück zieht ein kleiner «Mückenjäger» direkt in den eigenen Garten ein.

So weit oben wie möglich, mindestens etwa 4 m ab Boden, mit freiem Anflug. Nur zeitweise besonnt und fern von nächtlicher Beleuchtung. Mehrere Kästen mit unterschiedlicher Ausrichtung bieten Ausweichmöglichkeiten, da die Tiere über den Sommer gerne das Quartier wechseln und die für sie passende Temperatur suchen.
Kasten aus unbehandeltem Holz oder Holzbeton, rostfreie Befestigungsmaterialien sowie eine wetterbeständige Konstruktion mit rauen Innenflächen als Kletterhilfe.
Eine Bauanleitung für den Fledermauskasten ist auf der Webseite der Stiftung Fledermausschutz zu finden. Den Kasten stabil, wettergeschützt und in ausreichender Höhe fest montieren, nicht freihängend, damit er bei Wind nicht wackelt. Mehrere Kästen mit unterschiedlicher Ausrichtung und Besonnung erhöhen die Chance auf Besiedlung. Der Anflugbereich sollte frei von Hindernissen sein.
Unten offene Modelle reinigen sich selbst, Modelle mit geschlossenem Boden im Frühherbst reinigen. Fledermäuse sind sehr standorttreu und kehren über Generationen zu denselben Quartieren zurück, weshalb bestehende Quartiere unbedingt erhalten bleiben sollten.
Fledermäuse und viele andere nachtaktive Tiere sind auf die Dunkelheit in der Nacht angewiesen. Künstliches Licht stört die Tiere beim Ausflug, bei der Jagd und bei der Orientierung und kann dazu führen, dass ein Quartier gemieden wird. Aussenbeleuchtung rund um den Garten deshalb möglichst reduzieren, zeitlich begrenzen oder ganz darauf verzichten, wo möglich.