Weidenhäuschen
Bauen ohne schlechtes Gewissen
Als Häuschen, Laube, Tunnel oder Flechtzaun bietet die Weide einen lebendigen Baustoff, der mit den Jahren wächst und sich verändert. Ihre Kätzchen liefern im Frühling eine der ersten wichtigen Nahrungsquellen für Wildbienen und Schwebfliegen, während das wachsende Gebäude auch Kleinsäugern Unterschlupf bietet.

Sonnig bis halbschattig, mit feuchtem Boden. Ausreichend Platz für das spätere Wachstum einplanen, nicht unter Bäumen platzieren.
Frische, gerade, lange Ruten schmalblättriger Weidenarten wie Korb-, Purpur- oder Silberweide. Diese können über Gärtnereien oder regionale Landwirtschaftsbetriebe bezogen werden. Spaten oder Erdbohrer, Schnur oder Kokosband. Bei grösseren Bauten zusätzlich eine Leiter.
Im zeitigen Frühjahr, möglichst im März, die gewünschte Form abstecken und frisch geschnittene Ruten als Stecklinge setzen, 30 bis 50 cm tief bei kleinen und 80 cm tief bei grösseren Bauten. Gerüstruten gerade, Flechtruten seitlich einsetzen und miteinander verflechten. Frisch gesteckte Ruten wässern, bis sie angewachsen sind. Spriessende Seitentriebe einflechten, ohne sie zu knicken. Grenzabstände zu Nachbargrundstücken beachten.
Im Winter Seitentriebe auf den Stamm zurückschneiden, im Sommer lange Triebe einflechten. Beschädigte Ruten ersetzen. Weiden sind Pioniergehölze mit begrenzter Lebensdauer, die Bauwerke sind daher nicht für die Ewigkeit gemacht.