Alle Massnahmen
Massnahme 10Nisthilfen

Wildbienen-Paradies

Reiches Blütenangebot kombiniert mit natürlichen Niststrukturen wie offenen Bodenstellen und abgestorbenen Pflanzenstängeln schafft einen Lebensraum für Wildbienen und viele weitere Organismen, im Sommer wie im Winter. Diese Kombination aus Nahrung, Nistplätzen und Überwinterungsmöglichkeiten wirkt langfristig besser als isolierte Nisthilfen. Fühlen sich die Insekten wohl, profitieren auch Igel oder Fledermäuse.

Wildbienen-Paradies – Bleistiftzeichnung
Illustration, KI-generiert
ExpositionSonnig, warm, ungestört
Standort

Sonnig, warm, möglichst ungestört. Mageres Bodensubstrat begünstigt das Gedeihen farbenfroher, einheimischer Wildstauden und verlangsamt das Zuwachsen der Bodenflächen. Wildbienen sind auf offene Bodenstellen angewiesen.

Material

Einheimische Wildblumen und Kräuter, Wildbienensand für Sandlinsen, Wandkies als Substrat, Totholz, Wildstauden mit markhaltigen Stängeln wie Wegwarte, Disteln oder Wildrosen sowie weitere natürliche Strukturen. Ergänzend können künstliche Nisthilfen das Angebot erweitern.

Nahrungspflanzen

Die wichtigsten Nahrungspflanzen für die Wildbienen: Weiden, Schmetterlingsblütler (z.B. Hornklee, Esparsette), Natternkopf, Kreuzblütler (z.B. Ackersenf), Glockenblumen, Lippenblütler (z.B. Ziest), Korbblütler (z.B. Disteln, Flockenblumen, Wegwarte, Rainfarn), Doldenblütler (z.B. Wildes Rüebli), Rosengewächse (z.B. Fingerkraut, Wildrosen, Weissdorn, Schwarzdorn, Süsskirsche), massenblühende Bäume (z.B. Ahorn, Linde, Apfel, Birne)

Bauanleitung

Eine artenreiche Blühfläche mit standortgerechten, einheimischen Pflanzen anlegen. Offene Bodenstellen sowie lockere Totholz- und Steinstrukturen oder auch Hecken in der Nähe schaffen. Für Bodennister eignen sich Sandlinsen: eine Mulde von ca. 55 cm Tiefe und ausreichender Fläche ausheben, den vorhandenen Boden vollständig entfernen. Ca. 5 cm Kies in die Grube als Drainageschicht einbauen, damit das Wasser gut abläuft. Nun mit Wildbienensand (Sand ab Wand aus Kieswerken) auffüllen. Den Rand der Sandlinse mit z.B. Steinen oder Baumstämmen befestigen, um vor Erosion zu schützen. Den Sand nur leicht andrücken, damit er für die grabenden Wildbienen locker genug bleibt. Als Schutz vor Katzen Äste mit Dornen über die Sandlinse legen.

Pflege

Extensiv halten: 1 bis 2 Mal jährlich mähen, Schnittgut entfernen, auf Dünger und Pestizide verzichten. Unerwünschte Pflanzen jäten, verblühte Stängel und offene Bodenstellen möglichst erhalten. Jedes Jahr einen Drittel der Sandlinse vorsichtig von Hand jäten, damit nicht alle Brutzellen auf einmal beschädigt werden.

Hinweis

Stängelnistende Wildbienenarten sind darauf angewiesen, dass markhaltige Stängel wie z.B. von Königskerzen, Brombeeren oder Rosen über längere Zeit stehen bleiben: Im ersten Jahr blüht die Pflanze, im zweiten Jahr besiedelt eine Wildbiene den Stängel mit ihren Brutzellen und erst im dritten Jahr schlüpft die nächste Generation. Die Stängel dürfen deshalb nicht schon im ersten Herbst oder Winter entfernt werden. Stören einzelne Stängel dennoch, können sie abgeschnitten, zu einer Wildbienenrakete gebündelt und aufrecht an einer sonnigen Stelle platziert werden, damit sich die Brut darin ungestört weiterentwickeln kann. Ganz generell den Garten immer erst im Frühjahr, wenn es etwas wärmer wird, aufräumen. Viele Insekten nutzen die Strukturen als Überwinterungsplatz und Vögel finden Nahrung.