Wildbienenhotel
Ein Fenster ins Bienenleben
Ein fachgerecht gebautes Wildbienenhotel bietet einigen Wildbienen- und Solitärwespenarten Nistplätze und macht sichtbar, wie sie Pollen und Nektar eintragen, Zellen anlegen und die Nester sorgfältig verschliessen. Ein Jahr später schlüpft die nächste Generation, direkt vor den Augen der Beobachtenden. Gerade dieser unmittelbare Einblick macht das Wildbienenhotel zu einem wertvollen Sensibilisierungsinstrument.

Sonnig, trocken, windgeschützt, nach Osten bis Süden ausgerichtet, fest montiert und regengeschützt. Blütenreiche Flächen in unmittelbarer Nähe sind wichtig, da Wildbienen Kurzstreckenflieger sind.
Hartholz wie Esche, Buche oder Eiche sowie markhaltige oder hohle Pflanzenstängel, etwa Schilf oder Bambus, und ein wetterfestes Dach. Nur unbehandelte Naturmaterialien verwenden.
Bohrlöcher mit 2 bis 9 mm Durchmesser senkrecht zu den Jahresringen bohren, Pflanzenstängel bündig zuschneiden und fest im Rahmen befestigen, auf saubere Eingangslöcher ohne Splitter achten. Das Hotel erhöht, stabil und regengeschützt montieren. Auf Zapfen, Holzwolle, Stroh oder Lochziegel mit grossen Hohlräumen verzichten. Mehrere kleine, im Garten verteilte Wildbienenhotels sind besser als ein grosses, weil sie Krankheiten und Parasiten weniger leicht verbreiten und die natürlichen Lebensbedingungen besser nachgeahmt werden.
Möglichst nicht reinigen oder öffnen. Verwittertes Nistmaterial bei Bedarf ersetzen. Die Umgebung blütenreich und pestizidfrei halten.
Nur etwa 10 bis 15 Prozent der einheimischen Wildbienenarten nutzen oberirdische Nisthilfen wie ein Wildbienenhotel. Der überwiegende Teil nistet im Boden und braucht offene Bodenstellen, sandige Flächen, Totholz oder markhaltige Pflanzenstängel. Ein Wildbienenhotel sollte deshalb immer nur eine ergänzende Massnahme sein.