Wildhecke
Die lebendige Grenze im Garten
Eine Wildhecke ist weit mehr als Sichtschutz: Blüten und Farben im Frühling, dichtes Grün und Früchte im Sommer, farbenfrohes Laub, Beeren und Nüsse im Herbst, ein dichtes Astgerüst im Winter. Sie bietet Vögeln Brutplätze, Wildbienen und Schmetterlingen Nahrung sowie Igeln, Blindschleichen und Käfern Schutz.

Sonnig bis halbschattig, je nach Gehölzart unterschiedliche Bodenansprüche. Besonders wertvoll sind Hecken im Anschluss an weitere Hecken oder naturnahe Strukturen wie Wildblumenflächen, Totholz oder Asthaufen. Wildhecken brauchen mehr Platz als geschnittene Hecken. Ein beidseitiger Krautsaum erhöht den ökologischen Wert. Die Grenzabstände gemäss §§ 72 und 74 EG ZGB sowie die kommunalen Bestimmungen beachten.
Heimische Gehölze regionaler Herkunft sind für die einheimische Tierwelt deutlich wertvoller als Zuchtformen oder Exoten. Dornentragende Sträucher bieten zusätzlichen Schutz vor Räubern.
- Dornentragend, Schutz und Brutplätze
- Schlehe, Weissdorn, Hundsrose, Berberitze, Brombeere
- Beerentragend, Nahrung für Vögel und Kleinsäuger
- Holunder, Pfaffenhütchen, Liguster, Heckenkirsche, Schneeball
- Frühe Pollen- und Nektarpflanzen
- Sal-Weide, Kornelkirsche, Schlehe, Weissdorn, Holunder, Feldahorn, Hasel
- Raupenfutterpflanzen
- Faulbaum, Kreuzdorn, Sal-Weide, Hainbuche, Haselnuss
Verlauf und Breite der Hecke mit genügend Abstand zu Wegen, Grenzen und Gebäuden planen. Den Bewuchs nicht entfernen, ausser invasive Neophyten. Pflanzlöcher ausheben und Sträucher je nach Platzverhältnissen mehrreihig pflanzen. Pflanzabstand: Kleinsträucher ca. 1 m, grössere Sträucher ca. 1.5 m, zwischen den Reihen (versetzt) ca. 1 m. Um den Giessaufwand klein zu halten, möglichst im Herbst und Winter bei nicht gefrorenen Böden pflanzen. Wo möglich, Totholzstrukturen oder Asthaufen ergänzen.
In den ersten Jahren keine Pflege nötig. Ohne spätere Erhaltungspflege breitet sich die Hecke aus und wird innen hohl. Um den ökologischen Wert zu erhalten, ist eine periodische Verjüngung nötig: selektiver Rückschnitt oder abschnittsweise auf den Stock setzen. Schnittzeitpunkt zwischen November und März. Trägt die Hecke Früchte, dann erst Februar/März schneiden, um den Tieren die Nahrung nicht zu entziehen. Dominante Arten mit ihren Wurzeln entfernen. Den Krautsaum frühestens ab September alle 1 bis 3 Jahre mähen. Das Mähintervall auf die Wüchsigkeit anpassen. Immer einen Rückzugsstreifen für die Insekten stehen lassen. Das Schnittgut abführen.
Die Sträucher sollten von Anfang an zu den vorhandenen Platzverhältnissen passen. Wächst eine Hecke über die eingeplante Breite oder Höhe hinaus, etwa Richtung Nachbargrundstück, muss sie regelmässig und oft stark zurückgeschnitten werden. Das bedeutet nicht nur zusätzlichen Pflegeaufwand, sondern kann auch dazu führen, dass die Sträucher kaum mehr zur Blüte kommen und in der Folge weniger oder gar keine Früchte mehr tragen.